Sonntag, 24. November 2013

brush... Wie reinige ich meine Pinsel gründlich?

Für das effektive auftragen von dekorativer Kosmetik im Gesicht, gehören die verschiendensten Kosmetik-Pinsel, in all ihren Facetten und Formen, einfach unbestritten dazu. Zwar lässt sich so manches Produkt auch ganz brauchbar mit den Fingern verarbeiten, aber wenn man aus Foundation, Puder, Rouge, Lidschatten und Co. wirklich das Maximum herausholen möchte, kommt man um gute Pinsel einfach nicht herum. Natürlich werden die Pinsel mit der Zeit auch schmutzig, gerade wenn man sie täglich verwendet, sodass man um eine regelmäßige Reinigung einfach nicht herumkommt. 

Wie oft man seine Pinsel säubern muss, kommt nicht nur auf die Pinselart an, sondern auch darauf, welche Texturen und welches Produkt man mit dem speziellen Pinsel normalerweise aufträgt. Es bestehen einfach Unterschiede zwischen einem Lidschatten-Pinsel, mit dem man beispielsweise jeden Tag denselben Lidschatten auftupft, der definitiv nicht so häufig gewaschen werden muss, wie ein Pinsel mit dem man Concealer bzw. Puder im Gesicht verteilt, wobei sich jede Menge Talg und Bakterien in den Härchen ansammeln. Ideal wäre es natürlich immer saubere Pinsel zu verwenden, aber wer schafft es tatsächlich jeden Tag, sämtliche verwendeten Pinsel durchzuwaschen, ich jedenfalls beim besten Willen nicht. Angemerkt sei auch, dass ich hier richtiges Pinsel-Waschen mit Wasser meine, nicht eine Schnell-Reinigung mittels flüssigem Pinselreiniger. Selbiger eignet sich nämlich sehr gut für kleinflächige Pinsel, wie Lidschatten- oder Eyeliner-Pinsel, die man zwischendurch mal von Farbresten befreien möchte, damit man die Borsten in eine neue, andere Farbe eintauchen kann. Für große, dick gebundene Pinsel, mit vielen Haaren, finde ich die Idee Brush-Cleanser eher suboptimal.

Zurück zur herkömmlichen Pinsel-Reinigung: Was nun das Intervall angeht, versuche ich meine Pinsel ein Mal pro Woche zu waschen, was mir aber auch nicht immer gelingt, wie ich ehrlich zugeben muss. Dennoch versuche ich diesen Zeitraum so gut es geht einzuhalten, da sich sonst einfach zu viel Schmutz in den Borsten ansammelt und schließlich möche man ja keine Bakterienkulturen heranzüchten, die man sich anschließend jedes Mal aufs Neue im Gesicht verteilt. Klingt richtig eklig, ist aber leider Wirklichkeit, also wascht eure Pinsel bitte einigermaßen regelmäßig!

Es gibt viele verschiedene Wege Pinsel mit Wasser zu reinigen, die einen schwören auf spezielle Pinselseifen, andere greifen lieber zu besonders milden Shampoos, oder benötigen gar sowas exotisches, wie einen extra für die Pinselreinigung konzipierten Gummi-Handschuh, mit strukturierter Oberfläche, die auch die allerletzten Farbreste aus den Härchen lösen soll. Wie man letztendlich an die Sache herangeht, sei jedem selbst überlassen, ich erzähl euch einfach, wie ich es handhabe. 

Meine benötigten Utensilien sind lediglich ein silikonfreies Babyshampoo und ein ausgedientes altes Gästehandtuch, was sich beides wirklich einfach beschaffen lässt. Beim Shampoo achte ich besonders darauf, dass keine Silikone, oder andere unnötige Zusatzstoffe enthalten sind, die das empfindliche Pinselhaar auf Dauer nur beschädigen würden, weshalb sich Babyshampoo relativ gut eignet, da hier nichts extrem schädliches zugesetzt werden darf. 

Bevor ich mit der Pinsel-Wäsche beginne, forme ich mein Gästehandtuch so um, dass ich später die Pinsel darauf wunderbar (über Nacht) trocknen lassen kann. Dafür rolle ich ein Ende meines Gästehandtuchs, bis ungefähr zur Mitte auf, wobei eine Roulade entsteht, auf der man die Pinselstiele anschließend schön auflegen kann, die Pinselhaare selbst liegen auf dem geraden Teil des Handtuchs auf. 

Nun geht es ab ins Badezimmer, direkt ans Waschbecken: Hier gebe ich je nach Pinselgröße, einen kleinen oder größeren Klecks Shampoo in meine Handfläche und beginne die Textur, mit dem noch trockenen Pinsel etwas aufzuschäumen. Ein bauschiger Puderpinsel wie dieser, benötigt übrigens immer etwas mehr Shampoo, da er total viele Härchen eingebunden hat, die alle wieder richtig sauber werden wollen. 

Hat sich das "trockene" Shampoo erstmal brauchbar in den Pinselhärchen verteilt, lasse ich vorsichtig ein paar Wassertropfen in die Handfläche rinnen und schäume die Masse durch Links-Rechts-Bewegungen des Pinsels richtig auf. Stippt man den Pinsel dabei ab und zu sanft gegen die Handfläche, gelangt das reinigende Shampoo auch bis zum oberen Drittel der Borsten, in denen sich ja ebenfalls Produktreste angesammelt haben. Es ist wichtig, dass man beim waschen stets darauf achtet, dass weder Shampoo, noch Wasser in den Metallteil des Pinsels gedrückt werden, da sich sonst der Kleber lösen könnte, mit dem man Pinselstiel und Borstenteil ursprünglich verklebt hat. 

Bei großen Pinseln, in die wirklich tausende Härchen eingebunden wurden, gehe ich nach dem aufschäumen im Handteller zusätzlich noch über die ausgestreckten Finger, denn das Auf und Ab über die Fingerrillen  reinigt besonders gründlich durch. Diesen Schritt kann man bei allen kleinen Pinseln (für Augenmakeup) problemlos weglassen, da selbige im Vergleich zu den Großen einfach kürzere und vor allem viel wenigere Härchen haben.

Nun spüle ich mit einem dünnen Wasserstrahl erstmal über die schaumigen Borsten, natürlich achte ich dabei wieder darauf, dass das Nass nicht in den Metall-Stiel hinein rinnt. Während des kompletten Waschvorgangs muss der Pinsel mit der Borstenseite immer konsequent nach unten zeigen, nur so kann man Feuchtigkeit im Stiel vermeiden. Anschließend steiche ich mit den Borsten wieder gegen die Handfläche und wiederhole diesen Spülvorgang mit Wasser und das ausstreichen in der Handfläche (teilweise mit sanft kreisenden Bewegungen) so lange, bis sich überhaupt keine Schaumbläschen mehr in der Hand bilden. Dieser Vorgang kann gerade bei dicken Pinseln etwas länger dauern, aber Shampooreste sollten wirklich nicht in den Härchen zurück bleiben. 

Erst wenn die Hand beim Pinselstreichen total bläschenfrei bleibt, halte ich den Pinsel ein letzes Mal, mit den Borsten schräg nach unten, unter den Wasserstrahl, um auch letzte, nicht sichtbare Shampooreste los zu werden.

Erst jetzt schleudere ich die triefend nassen Borsten mehrmals im Waschbecken aus, was am besten mit schwungvollen Bewegungen aus dem Handgelenk funktioniert. Man erkennt gut, wie sich die Enden der Härchen durchs schleudern plözlich auffächern und die größte Nässe beseitigt ist. 

Natürlich möchte ich nicht, dass mein Pinsel so wild ausgeschüttelt durchtrocknet. Bevor er also endgültig zum trocknen aufgelegt wird, bringe ich die Borsten mit den Fingern wieder in die gewünschte ursprüngliche Form. Genau wie man die Pinselhärchen in diesem Schritt modelliert, wird auch die trockene Form am nächsten Tag ausfallen, deshalb achte ich hier auch sorgfältig darauf, dass keine Härchen abstehen und die Borsten schön regelmäßig glatt aneinander liegen. Ist auch noch die Pinselspitze nach meinem Geschmack hübsch ausgeformt, geht es endgültig ab aufs Handtuch. 

Den Stiel legt man auf den zusammengerollten Teil, die Borsten ruhen auf dem ausgerollten Part. Sollte jetzt wirklich noch etwas an Feuchtigkeit in den Härchen sein, verhindert die Schräglage das gefürchtete durchfeuchten des Metall-Stiels. Über Nacht lasse ich den Pinsel nun liegen und spätestens am nächsten Morgen ist das Werkzeug wieder einsatzbereit. 

Selbstverständlich wasche ich aber nicht nur einen Pinsel, sondern arbeite meine Schmutzfinken einfach der Reihe nach ab. Die grundlegenden Schritte bleiben immer die gleichen. Dieser Lidschatten-Pinsel schäumt ebenfalls im Handteller erstmal pures Shampoo auf. 

Dann erst kommt Wasser dazu, durch Pinselstreiche schäumt man die Textur richtig fluffig auf. Wasserholen und ausstreichen wird einfach mehrmals wiederholt, bis kein Funken Schaum mehr zu sehen ist. Darauf folgt gnadenloses ausschleudern, damit die Borsten anschließend halbwegs trocken in Form gebracht werden können. Auch dieser Pinsel wird wieder über Nacht auf der Handtuchrolle abgelegt. 

Mein Rouge-Pinsel ist beim auswaschen immer ein kleiner Hingucker, er produziert einen regelrechten rosa Feen-Schaum, der sich aber leider besonders hartnäckig entfernen lässt. Solche Blush-Pinsel fressen jedenfalls auch mehr Shampoo, als kleine süße Pinselchen...

Wie man gut erkennen kann, wird beim Wasch-Vorgang auch ein Pencil-Brush, mit dem schwarzer, oder sehr dunkler Lidschatten platziert wurde, wieder richtig strahlend sauber. 

Smudger muss man ganz vorsichtig reinigen, sie haben sehr kurze Borsten, die nicht viel Spielraum zulassen, sodass hier gerne mal der Stiel ungewünscht nass wird. Mit etwas Fingernspitzengefühl gehts aber doch. 

Meine kleine Waschstraße endet hier: zum trocknen schön brav und vor allem sauber auf der Handtuchrolle aufgereiht, sind die Pinsel am nächsten Tag wieder einsatzbereit. Die gezeigte Pinsel-Wasch-Technik ist sicherlich nur eine unter vielen, aber für mich funktioniert sie mehr als perfekt.

Mich würde interessieren, mit welchen Techniken ihr eure Pinsel richtig säubert? Benötigt ihr spezielles Zubehör zum waschen, oder gestaltet ihr es ähnlich wie ich? Was sind eure Tipps und Tricks?

Kommentare:

  1. Ich mache es genauso wie du, nur verwende ich mittlerweile die Milde Seife von babylove. Ich finde das Seifenstück noch ergiebiger und gleichzeitig ist es noch günstiger :)
    Liebe Grüße mimi

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  2. toller, ausführlicher bericht! ich mache es eigentlich genauso wie du und auch mit baby shampoo ... manchen pinsel (augen) wickle ich noch in papierstreifen ein, damit sie in "form" bleiben

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  3. Ich mache es auch so wie du, einziger Unterschied ist, dass ich normale Seife nehme, was für mich auch sehr gut klappt. Spezielles Zubehör habe ich eigentlich nicht, bin mit meiner Technik ganz zufrieden :)

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  4. Ich nehme antibakterielle Handseife und das funktioniert super ;) Aber demnächst probiere ich mal Pinselreiniger aus :)

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